Gruppenpuzzle - Phasen der Gruppenentwicklung nach Bernstein und Lowy

Preview
Icon

📋Arbeitsauftrag

Lesen Sie gemeinsam im Plenum die Lernsituation.

Wenn aus Fremden ein Team wird – Ferienfreizeit in DĂ€nemark

Sie sind als Praktikant:in mit einer neu zusammengesetzten Gruppe von zwölf Kindern auf Ferienfreizeit in ein dĂ€nisches Ferienhaus gefahren. Die meisten Kinder kennen sich nur flĂŒchtig aus der Einrichtung. Bei der Ankunft stehen sie unsicher im Hof, halten ihre RucksĂ€cke fest. „Wo schlafen wir?“, fragt Linh leise. Jamal schaut in die Runde: „Kennen wir hier ĂŒberhaupt jemanden?“ Viele Blicke gehen zu den Erwachsenen, niemand traut sich, etwas zu entscheiden. Sie gehen mit den Kindern durch das Haus, zeigen die Zimmer und regen kleine GesprĂ€che an: „Wer mag gern am Fenster schlafen? Wer liest abends noch?“ Langsam entstehen erste kurze Dialoge, aber die Kinder bleiben vorsichtig und eher still.

Beim Einteilen der Zimmer am Nachmittag kippt die Stimmung. „Ich will mit Elias in ein Zimmer, nicht mit Zeynep!“, ruft Noah. Zeynep verschrĂ€nkt die Arme: „Immer darf ich mir nichts aussuchen!“ Leila schiebt sich dazwischen: „Ich war zuerst in dem Zimmer!“ Die Stimmen werden lauter, zwei Jungs drĂ€ngeln sich in eine Ecke, andere Kinder ziehen sich wortlos zurĂŒck. Kleine GrĂŒppchen bilden sich, manche Kinder versuchen, die anderen zu ĂŒberreden: „Komm zu uns, wir sind zu dritt, das ist besser.“ Sie gehen dazwischen: „Stopp, wir hören jetzt nacheinander zu und suchen eine Lösung, mit der alle leben können.“ Nach und nach werden Kompromisse gefunden, doch die Spannung bleibt spĂŒrbar.

Am nĂ€chsten Morgen beim FrĂŒhstĂŒck wirkt die AtmosphĂ€re anders. Fatima fragt in die Runde: „Wer hilft mir, den Orangensaft zu holen?“ Jamal meldet sich sofort: „Ich komm mit.“ SpĂ€ter am Strand ruft Elias: „Wir bauen eine riesige Burg, wer macht mit?“ Zeynep zögert kurz und setzt sich dann dazu. „Ich hole Wasser“, bietet Noah an, „aber du passt auf, dass keiner drauftritt, okay?“ Es wird gelacht, Kinder rufen sich zu: „Gib mir mal die Schaufel!“, „Pass auf die Wellen auf!“ Erste gegenseitige RĂŒcksichtnahme und UnterstĂŒtzung sind deutlich sichtbar.

Am dritten Tag laufen viele Dinge wie von selbst. Beim Kochen ĂŒbernimmt Leila das Verteilen der Aufgaben: „Jamal, du schneidest das GemĂŒse, Linh deckt den Tisch.“ Elias hilft dem jĂŒngeren Samir, nachdem dieser beim Fahrradausflug gestĂŒrzt ist: „Komm, ich schiebe dein Rad, du gehst neben mir.“ Als der geplante Ausflug wegen Regen ausfĂ€llt, stöhnt Noah: „Langweilig, alles fĂ€llt ins Wasser.“ Zeynep schlĂ€gt vor: „Wir machen ein Turnier mit Karten und Gesellschaftsspielen.“ Einige Kinder sind erst genervt, lassen sich dann aber mitziehen. Am Ende sitzen sie verteilt im Wohnzimmer, trösten sich bei Niederlagen und freuen sich ehrlich ĂŒber die Siege der anderen.

Am letzten Abend sitzen alle zusammen am Lagerfeuerplatz im Garten. Die Koffer sind schon halb gepackt, das Ferienhaus wirkt leerer. „Komisch, morgen sind wir wieder alle zu Hause“, sagt Linh nachdenklich. „Ich will eigentlich noch hierbleiben“, meint Samir und schaut in die Runde. Noah sagt leise: „Vielleicht sehen wir uns ja im Hort wieder und spielen weiter.“ Es werden Nummern und Verabredungen ausgetauscht, manche Kinder wirken stiller als sonst, einige umarmen sich beim Gute-Nacht-Sagen lĂ€nger als an den Tagen zuvor.

ZurĂŒck in der Einrichtung spricht die Gruppenleitung Sie an: „Die Kinder haben sich auf der Fahrt sehr verĂ€ndert – vom Fremdsein bis zu richtigen Freundschaften. FĂŒr neue Praktikant:innen ist das oft schwer einzuschĂ€tzen. Bitte erstellen Sie fĂŒr jede typische Phase der Gruppenentwicklung ein ĂŒbersichtliches Inhaltsposter mit Beispielsituationen aus der DĂ€nemark-Fahrt und passenden Handlungsideen. Diese Poster sollen im Teamraum hĂ€ngen, damit sich alle vor der nĂ€chsten Ferienfreizeit gezielt vorbereiten können.“

Auf dem Bild sieht man eine Gruppe von acht Kindern am Strand, vermutlich in DĂ€nemark, wie es im Grundlagentext beschrieben ist. Die Kinder sitzen und knien um eine große Sandburg, die sie gemeinsam bauen. Zwei MĂ€dchen vorn benutzen kleine Schaufeln, um den Sand zu formen. Eines der MĂ€dchen trĂ€gt ein gelbes T-Shirt und ein beigefarbenes Kopftuch, was auf die kulturelle Vielfalt in der Gruppe hinweist.

Ein Junge im grĂŒnen T-Shirt hĂ€lt einen roten Eimer, bereit, Wasser zu bringen. Die Kinder wirken vergnĂŒgt und lachen, sie rufen und zeigen auf verschiedene Stellen der Sandburg. Die Szene vermittelt Freude, Zusammenhalt und Teamarbeit – viele Kinder arbeiten zusammen, einige geben Tipps, andere motivieren sich gegenseitig.

Im Hintergrund sieht man das Meer mit sanften Wellen und einen weiten, leeren Sandstrand, der das GefĂŒhl von Freiheit und Ferien verstĂ€rkt. Der Himmel ist leicht bewölkt, die Sonne scheint milde, was zur entspannten Ferienstimmung beitrĂ€gt.

Diese Szene passt exakt zur Situation aus dem Text, in der die Kinder nach den anfĂ€nglichen Unsicherheiten anfangen, sich gegenseitig zu unterstĂŒtzen und ein Team zu werden – hier konkret beim gemeinsamen Bauen einer Sandburg. Erste RĂŒcksichtnahme und Kooperation werden deutlich sichtbar: eines der Kinder holt Wasser, wĂ€hrend andere aufpassen, dass die Burg nicht kaputtgeht. Kinder reichen sich die Schaufeln und helfen einander, die gemeinsame Aufgabe zu bewĂ€ltigen.

Die Körpersprache ist offen und freundlich, die Kinder wirken entspannt und zugewandt zueinander – ein deutlicher Kontrast zur angespannten Stimmung zu Beginn der Freizeit. Das Bild illustriert somit beispielhaft die Phase der „Norming“-Entwicklung nach Tuckman, in der die Gruppe anfĂ€ngt, richtig zusammenzuarbeiten, Aufgaben zu ĂŒbernehmen und gegenseitig RĂŒcksicht zu nehmen.
Icon

📋Arbeitsauftrag - Expertenphase

Da das Thema arbeitsteilig mit der Methode des Gruppenpuzzles erarbeitet wird, beschÀftigt sich jede Gruppe zunÀchst nur mit einer Phase des Gruppenmodells nach Bernstein und Lowy.


1. Finden Sie sich in Ihrer Gruppe zusammen, die Einteilung erfolgt durch die Lehrkraft.

2. Informationen erschließen

  • Lesen Sie zunĂ€chst den Grundlagentext zum Aufbau des Modells aufmerksam durch.
  • Recherchieren Sie anschließend eigenstĂ€ndig im Internet zu Ihrer zugeteilten Phase. Nutzen Sie dabei geeignete und vertrauenswĂŒrdige Quellen, um Ihr VerstĂ€ndnis zu vertiefen und zusĂ€tzliche Informationen zu gewinnen.

3. Zentrale Informationen strukturieren

  • Werten Sie die wichtigsten Informationen aus Ihrer Recherchephase aus.
  • Nutzen Sie dafĂŒr die vorbereitete Tabelle und tragen Sie die passenden Inhalte in die vorgegebenen Kategorien ein. Die Tabelle hilft Ihnen dabei, die wichtigsten Merkmale Ihrer Phase ĂŒbersichtlich zu erfassen und als Grundlage fĂŒr Ihr Informationsplakat zu nutzen.

4. Informationsplakat erstellen

  • Gestalten Sie anschließend im Zeichenfeld ein ĂŒbersichtliches Informationsplakat zu Ihrer Phase.
  • Nutzen Sie dafĂŒr die wichtigsten Ergebnisse aus Ihrer Tabelle.
  • Das Plakat soll so gestaltet sein, dass andere Gruppen die Phase schnell verstehen können.
  • Beachten Sie dabei die unten stehende Checkliste.

📋 Checkliste fĂŒr das Informationsplakat

Inhalt

Name der Phase

Typische Merkmale der Phase

Zuordnung zur Situation aus dem Fallbeispiel

Eine mögliche UnterstĂŒtzung durch eine pĂ€dagogische Fachkraft

Darstellung

Übersichtliche Struktur

Gut lesbare Stichpunkte

Passende visuelle Gestaltung (z. B. Symbol, Skizze oder kleine Zeichnung zur Phase)

Grundlagentext

Definition des Modells der Gruppenentwicklung

Das Modell der Gruppenentwicklung nach Bernstein und Lowy beschreibt die typischen Abschnitte, die eine Gruppe wĂ€hrend ihrer Entwicklung durchlĂ€uft. Diese Gruppenphasen sind charakteristisch fĂŒr die VerĂ€nderungen in den Beziehungen, Rollen und Arbeitsweisen der Gruppenmitglieder. Das Modell bietet eine strukturierte Sichtweise darauf, wie sich Gruppen von der anfĂ€nglichen Orientierung bis zur stabilen Zusammenarbeit entwickeln.

Bedeutung des Gruppenprozesses

Der Gruppenprozess ist ein zentraler Aspekt in der GruppenpĂ€dagogik, da er die Dynamik innerhalb einer Gruppe abbildet. Er zeigt, wie sich die Interaktionen und das Verhalten der Mitglieder im Laufe der Zeit verĂ€ndern. FĂŒr pĂ€dagogische FachkrĂ€fte ist es wichtig, diesen Prozess zu verstehen, um die Gruppe gezielt zu unterstĂŒtzen und zu begleiten. Eine fundierte Kenntnis der Gruppenphasen ermöglicht es, auf die BedĂŒrfnisse der Gruppe in den jeweiligen Entwicklungsstadien einzugehen und ihre Entwicklung positiv zu beeinflussen.

Anzahl der Phasen im Modell

Bernstein und Lowy identifizieren in ihrem Modell fĂŒnf Phasen der Gruppenentwicklung. Jede dieser Phasen stellt einen spezifischen Abschnitt dar, in dem sich die Gruppe weiterentwickelt und neue Dynamiken entstehen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jede Gruppe jede Phase gleich lange durchlĂ€uft und dass ein RĂŒckfall in vorherige Phasen möglich ist. Diese FlexibilitĂ€t im Modell unterstreicht die Vielfalt und Dynamik von Gruppenprozessen und die Notwendigkeit einer individuellen Betrachtung jeder Gruppe.

Zusammenfassend bietet das Modell der Gruppenentwicklung nach Bernstein und Lowy eine wertvolle Grundlage fĂŒr das VerstĂ€ndnis und die Begleitung von Gruppenprozessen in der pĂ€dagogischen Praxis. Die Kenntnis dieser Phasen hilft, die Entwicklung von Gruppen gezielt zu unterstĂŒtzen und zu fördern.

Icon

Gruppe 1: Orientierungsphase

Kategorie Notizen aus dem Grundlagentext
typische Verhaltensweisen
Rolle und Positionen
Verhalten und Aufgabe der pÀdagogischen Fachkraft
Beispiel aus der Lernsituation

Lade Zeichenfeld...

Icon

Gruppe 2: Machtkampfphase

Kategorie Notizen aus dem Grundlagentext
typische Verhaltensweisen
Rolle und Positionen
Verhalten und Aufgabe der pÀdagogischen Fachkraft
Beispiel aus der Lernsituation

Lade Zeichenfeld...

Icon

Gruppe 3: Vertrautheitsphase

Kategorie Notizen aus dem Grundlagentext
typische Verhaltensweisen
Rolle und Positionen
Verhalten und Aufgabe der pÀdagogischen Fachkraft
Beispiel aus der Lernsituation

Lade Zeichenfeld...

Icon

Gruppe 4: Differenzierungsphase

Kategorie Notizen aus dem Grundlagentext
typische Verhaltensweisen
Rolle und Positionen
Verhalten und Aufgabe der pÀdagogischen Fachkraft
Beispiel aus der Lernsituation

Lade Zeichenfeld...

Icon

Gruppe 5: Abschluss- und Trennungsphase

Kategorie Notizen aus dem Grundlagentext
typische Verhaltensweisen
Rolle und Positionen
Verhalten und Aufgabe der pÀdagogischen Fachkraft
Beispiel aus der Lernsituation

Lade Zeichenfeld...

Icon

đŸ§‘đŸŒâ€đŸ«Musterlösung fĂŒr die Lehrkraft

Icon

📋Arbeitsauftrag - PrĂ€sentationsphase

Gallery Walk

Die Informationsplakate werden im Raum aufgehÀngt oder digital prÀsentiert.

Arbeitsauftrag

  1. Lesen Sie die Informationsplakate der anderen Gruppen aufmerksam.
  2. Achten Sie besonders darauf, welche Merkmale fĂŒr die jeweilige Phase der Gruppenentwicklung typisch sind.
  3. Notieren Sie wÀhrend des Rundgangs in der Tabelle zu jeder Phase ein wichtiges Merkmal, das Ihnen besonders auffÀllt.


Phase der Gruppenentwicklung Wichtiges Merkmal
Orientierungsphase
Machtkampfphase
Vertrautheitsphase
Differenzierungsphase
Abschluss- und Trennungsphase
Icon

💭Reflexion der Gruppenarbeit

Denken Sie noch einmal ĂŒber die Zusammenarbeit in Ihrer Arbeitsgruppe wĂ€hrend der heutigen Stunde nach.

Ordnen Sie Ihre Gruppenarbeit einer Phase der Gruppenentwicklung zu.

Welche Phase trifft Ihrer Meinung nach am besten zu?

BegrĂŒnden Sie Ihre Entscheidung mithilfe typischer Merkmale der einzelnen Phasen und notieren Sie Ihre Gedanken unten.

✏Hier ist Platz fĂŒr Ihre Gedanken.